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Die Basics (IV) – Mir hat Homöopathie aber geholfen – und wer heilt, hat Recht!

Das hört man immer wieder. Mit dem "Mir hat es geholfen", bekräftigt durch ein "Wer heilt, hat Recht!", scheint man sich eines sehr starken Arguments zu bedienen. Dies ist jedoch ein grundlegender Irrtum. 
Die wissenschaftliche Methode beruht auf der Erkenntnis, dass -  auch viele - Einzelerfahrungen niemals allgemeingültige Schlüsse zulassen. Zunächst fehlt dafür einfach der Vergleich mit den Erfahrungen derjenigen Menschen, die die gleichen Beschwerden hatten und ganz ohne Homöopathie gesund geworden sind. Vor allem aber ist bedeutsam, dass nichts irrtumsanfälliger ist als die menschliche Wahrnehmung. Wir sind auf schnelle Schlussfolgerungen programmiert, die sehr stark von unseren (auch unbewussten) Erwartungshaltungen verzerrt werden. Man nennt das den Bestätigungsfehler (confirmation bias). Das macht uns "blind" für die richtige Einordnung persönlicher Erfahrungen. 
Die einzige Methode, solche (und andere) Einflüsse auszuschalten, besteht in gut vorbereiteten und durchgeführten wissenschaftlichen Vergleichsstudien. Und die sprechen, bei ausreichender Qualität, klar gegen die Homöopathie. Deshalb ist „Wer heilt, hat Recht“ im Wortsinne zwar nicht falsch. Aber so leicht dahingesagt, wird völlig übersehen, dass dabei in aller Regel nur ein rein zeitlicher Zusammenhang zwischen der Einnahme und Besserung ins Auge gefasst wird ("eingenommen, dann besser" muss längst nicht "eingenommen, dadurch besser" heißen). Die Wahrscheinlichkeit, dass ganz andere Dinge als die Einnahme von Globuli zur Besserung geführt haben, ist enorm groß. 
Um das "Wer heilt, hat Recht" wirklich in Anspruch nehmen zu können, bedarf es daher sehr viel mehr als nur eines naheliegenden zeitlichen Zusammenhangs von Behandlung und Veränderung/Erfolg. Das lässt die allerorten behauptete Wirkung der Homöopathie ("Wir sehen, dass es wirkt!") in einem ganz anderen Licht erscheinen. Und wir fragen uns (und Sie), warum Homöopathen dies konsequent falsch darstellen, verleugnen oder nicht wissen?

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