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Meine Meinung zur Homöopathie? Vielleicht möchten Sie lieber Fakten?

Liebe Eltern, liebe Leserinnen und Leser,

Susannchen weiß ganz gut über die Homöopathie Bescheid. Das gilt aber nicht für alle und jeden. Und das kann ja wohl auch niemand erwarten.

Da die Beliebtheit der Homöopathie aber immer noch so groß ist, finden wir, dass ein wenig Aufklärung nicht schaden könnte. Deshalb kommt hier zusammengefasst ein wenig Grundwissen zur Homöopathie.

  • Die Homöopathie ist ein reines Gedankengebäude ohne eine sinnvolle Grundlage. Sicher wurden mit ihr zur Zeit ihrer Entstehung manche Erfolge erzielt, aber nur, weil sie oft an die Stelle sehr schädlicher (oft tödlicher) Behandlungsmethoden trat. Das machte und macht sie aber nicht richtig. Das wissen wir heute sicher.
  • Die großen Erfolge der Medizin (Steigerung des Durchschnittslebensalters, drastische Verminderung der Kindersterblichkeit, massiver Rückgang früher schicksalhaft tödlicher Infektionskrankheiten und anderes) stellten sich keineswegs durch die Entwicklung von Dr. Samuel Hahnemanns Homöopathie, sondern nach dem Beginn der wissenschaftlichen Ära (um 1850) ein und halten bis heute an.
  • In 200 Jahren hat die Homöopathie keinen stichhaltigen Nachweis einer Wirkung erbringen können, der über den (bei jeder Art von Zuwendung oder Behandlung auftretenden) Placeboeffekt hinausgeht. Das ist schon zu Hahnemanns Zeiten so gewesen. Eine „wissenschaftliche Kontroverse“ hierüber gibt es nicht.
  • Alle großen zusammenfassenden Betrachtungen der Homöopathie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine spezifische (d.h. der Methode selbst zuzuschreibende) Wirksamkeit nicht existiert.
  • Grundannahmen der Homöopathie verstoßen gegen Naturgesetze, also etwas, das unabhängig von menschlichem Einfluss und Wunschdenken vorhanden ist. Große Teile des täglich auch im Alltag bewährten naturwissenschaftlichen Wissens in Physik, Chemie und Biologie wären unhaltbar, träfen die Annahmen der Homöopathie zu.
  • Viele Aspekte der Homöopathie, wie das Konzept der „verstimmten geistigen Lebenskraft“ (Hahnemanns Deutung von Erkrankungen), entstammen Vorstellungen aus vorwissenschaftlicher Zeit, die auf reine Spekulationen statt fundierter Erkenntnisse angewiesen war.
  • Einzelne Studien, die immer wieder als Wirkungsbeweise angeführt werden, entpuppen sich bei näherer Betrachtung wieder und wieder als methodisch unbrauchbar oder als fehl- bzw. überinterpretiert. Abgesehen sind die Ergebnisse von einzelnen Studien niemals ein wissenschaftlicher Beleg (es braucht zusammenfassende Betrachtungen vieler Studien.) Zudem sind die meisten dieser ins Feld geführten Studien niemals reproduziert worden - was sie wertlos macht.
  • Gleiches gilt für „Ergebnisse der homöopathischen Grundlagenforschung“, die entweder offensichtlich haltlos waren oder niemals reproduziert bzw. sonst bestätigt werden konnten. Kein Fachwissenschaftler aus Physik, Chemie oder Biologie wird solchen "Ergebnissen" eine Stütze geben. Zu diesem Bereich gehört auch das Anführen von „Schwingungen“, „Feinstofflichkeit“ oder gar „Quantenheilung“.
  • Homöopathie ist keine Naturheilkunde. Nach eigenem Verständnis ist sie eine Arzneimittellehre. Es ist nicht ersichtlich, was an ihrem Gedankenkonstrukt „natürlich“ sein soll. Sie verwendet als „Ursubstanzen“ neben Pflanzen und nichtpflanzlichen organischen Stoffen eine Vielzahl von nichtorganischen Substanzen: chemische Elemente, auch giftige, in Reinform wie auch chemische Zusammensetzungen und Dinge aus dem Alltagsleben. Potenziell sieht der Homöopath im wörtlichen Sinne "alles " als mögliches homöopathisches Mittel an. Und dass eine Verdünnung bis zum Nichtvorhandensein der Substanzen im homöopathischen Mittel der Natur nicht entspricht, sondern zuwiderläuft, liegt auf der Hand.
  • Sanft und nebenwirkungsfrei ist sie nur insofern, als dass sie auch frei von Wirkungen ist. Arzneimittel, die in den Körperstoffwechsel eingreifen und dabei keinerlei nicht gewünschte Wirkungen erzeugen, gibt es nicht. Führt die Anwendung von Homöopathie zu verspäteten oder gar unterbliebenen Behandlungen, kann ersichtlich weder von sanft noch von nebenwirkungsfrei die Rede sein. Im Grunde gilt das für jede homöopathische Behandlung eines Zustandes, dem Krankheitswert zukommt, vom ersten Tag an.
  • Homöopathie ist ein reines Glaubenssystem, erfunden und erdacht, nicht entdeckt. Nimmt man den Placeboeffekt aus der Betrachtung ihrer „Ergebnisse“ heraus, da dieser ja immer und überall auftritt, bleibt dann – nichts. Viele Länder haben die Homöopathie deshalb aus ihren öffentlichen Gesundheitssystemen verbannt.

Nutzen Sie -neben Susannchens Artikeln- das Informationsangebot auf der Webseite des Informationsnetzwerks Homöopathie, wenn Sie sich näher informieren möchten! Links direkt zu den FAQs und den anderen Kategorienseiten finden Sie oben in der Menüleiste.


Bildnachweis: Fotolia_67025371_S


 

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