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Impfungen schützen auch unsere tierischen Freunde!

So sehen Impfausweis (bis 2004) und EU-Heimtierausweis (ab 2004) für Bello und Hannibal aus!

Liebe Tierfreunde,

Impfungen für unsere Tiere sind ebensowenig zu vernachlässigen wie die Impfungen für unsere Kinder (und im Bedarfsfall auch für uns selbst).

Die Impfungen für Tiere stehen auf solider wissenschaftlicher Grundlage und schützen unsere Lieblinge vor wirklich schlimmen und quälenden Erkrankungen. Es gibt Impfempfehlungen des Veterinärzweigs der Ständigen Impfkommission (StIKo) am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, darauf beruhend auch die Impfempfehlungen des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte e.V. . Es gibt als Impfausweis für Haustiere den Heimtierausweis der EU, den jeder Heimtierhalter haben und gemeinsam mit dem Tierarzt auf dem Laufenden halten sollte.  Nur dazu berechtigte Tierärzte können die EU-einheitlichen Dokumente ausstellen.

Ich komme aus dem Tierheim - natürlich geimpft!

Kaufen Sie einen Welpen oder ein Kätzchen vom Züchter oder holen Sie sich ein Tier aus dem Tierheim (wozu wir gern raten), achten Sie darauf, dass der  EU-Heimtierausweis vorhanden und vor allem auch vollständig ausgefüllt ist! Das Tier muss über den Ausweis eindeutig identifiziert werden können, was in aller Regel durch den Mikrochip und Aufnahme der Chipnummer in den Ausweis gewährleistet wird. Lassen Sie sich nicht mit dubiosen Papieren oder gar irgendwelchen Ausflüchten abspeisen und achten Sie auf den Stempel der Tierarztpraxis in diesen Unterlagen. Vor 2004 reichte der nationale Impfausweis, der also in Einzelfällen bei älteren Tieren noch vorhanden sein kann.

Und dann gibt es leider auch genauso Impfgegner und unsägliche Impfgegnerpropaganda wie in der Humanmedizin. Wir lesen von der "Gefährlichkeit" der Impfungen für Tiere, von "Impfschäden", von der angeblichen "Geldmacherei der Pharmaindustrie" - wir kennen das. Zudem begegnen wir auch noch "Werbung" für angebliche "Alternativen" zur Impfung, vor allem für die "homöopathische Impfung" mit Nosoden, also homöopathisch "verdünnten" Krankheitserregern, die völlig unwirksam sind und nicht im allermindesten die Ansteckungsgefahr verringern. Womöglich sollen unsere vierbeinigen Freunde dann auch noch mit "Therapien zur Ausleitung schädlicher Impfungen" traktiert werden. Unkenntnis, völlig falsche Selbsteinschätzung und offensichtlich auch Verblendung sprechen aus solchen "Angeboten". Allerdings, eines ist seltsam - kostenlos sind solche Misshandlungen unserer vierbeinigen Freunde dort auch nicht...

Überwiegend finden wir solche Dinge leider im Bereich der Tierheilpraktiker. Sucht man nach diesem Begriff bei Google, findet man sage und schreibe fast eine halbe Million Einträge. Das erstaunt sehr, wenn man weiß, dass es einen Beruf "Tierheilpraktiker" überhaupt nicht gibt. Nicht einmal die Bezeichnung ist geschützt. Buchstäblich jeder kann heute beschließen, Tierheilpraktiker zu werden. Man besorgt sich ein Schild, montiert es an seine Tür und beginnt zu praktizieren. Ja, so einfach ist das. Tiermedizinische Kenntnisse sind nicht gefordert. Überhaupt keine.

Auch wenn wir beileibe nicht jedem Tierheilpraktiker guten Willen, Tierliebe, den Erwerb einer gewissen Wissensbasis (autodidaktisch oder auch durch Angebote von "Heilpraktikerschulen") ebensowenig wie persönliches Engagement absprechen wollen, so ändert das doch nichts daran, dass die notwendige Befähigung für eine verantwortungsvolle Arbeit am kranken Tier nach unserer Ansicht gar nicht gegeben sein kann. Tiermedizin ist eine komplexe Angelegenheit. Angefangen vom Problem, dass unsere tierischen Freunde sich nicht im Detail artikulieren können bis hin zu den von der Humanmedizin oft ganz verschiedenen, teilweise auch nach Tierrassen unterschiedlichen Krankheitsbildern setzt Tiermedizin großes Wissen voraus. Und dies ist inzwischen so komplex und umfangreich, dass es nur in einem akademischen Studium und durch ständige ärztliche Fortbildung erworben und erhalten werden kann. Es ist ein Irrtum, dass "persönliche Erfahrung" vielfach erprobtes, komplexes Wissen einfach so ersetzen könne.

Wir bitten Sie herzlich, sich einen approbierten Tierarzt zu suchen, der auf pseudomedizinische Verfahren verzichtet und deshalb Ihr Vertrauen verdient. Ja, Impfkomplikationen und Impfrisiken gibt es, genau wie in der Humanmedizin. Aber genau wie dort ist die Risiko-Nutzen-Abwägung in den Impfempfehlungen der StIKo-Veterinäre bereits "eingerechnet", so dass der Tierhalter sich darauf verlassen kann, dass der Nutzen empfohlener Impfungen deutlich überwiegt. Niemand würde offizielle Impfempfehlungen herausgeben, bestünde das Risiko, damit "massenhaft Tiere umzubringen", wie es gelegentlich in der Impfgegnerszene heißt. Und der impfende Tierarzt wird das Seine tun und den kleinen Patienten auf konkrete Impffähigkeit hin beurteilen.

Tiere können sich nicht selbst helfen und sind auf das Verantwortungsgefühl und die Fürsorge ihrer Halter angewiesen. Ältere Tiere entwickeln -wie auch ältere Menschen- vielfach chronische Krankheiten, die oft nur sehr schwer zu behandeln sind. Gerade diesen darf man gute tiermedizinische Betreuung nicht vorenthalten, will man sich nicht selbst der Tierquälerei schuldig machen. Das Tierschutzgesetz sagt dazu:

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Das "Zufügen" kann ebenso in einem Unterlassen sinnvoller und vernünftiger medizinischer Hilfe bestehen! Und es ist sicher auch nicht überflüssig, darauf hinzuweisen, dass homöopathische Behandlungen jeder Art bei Tieren keine sinnvolle und vernünftige Behandlung darstellen. Das ist -leider- auch in Tierarztpraxen manchmal ein Problem. Das Tierschutzgesetz fordert ganz eindeutig: Das vom Menschen gehaltene Tier hat einen Anspruch auf medizinische Versorgung nach dem Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse.

Das Thema Nutztiere können wir hier nur über den untenstehenden Link kurz anreißen - leider ist es dort auch noch so, dass selbst offizielle Stellen Homöopathie für die Nutztierhaltung propagieren und dies auch noch für eine Möglichkeit zur -dringend notwendigen- Eindämmung von Antibiotikagaben im Stall halten.

Bitte lassen Sie Ihren Liebling beim Tierarzt impfen und achten Sie auf die notwendigen Wiederholungen (die inzwischen längst nicht mehr so oft notwendig sind wie noch vor einigen Jahren).

Wuff - und Miau!


Zu Homöopathie und Impfen:
https://keineahnungvongarnix.de/?p=1624 

Zu Pseudomedizin bei Nutztieren:
https://keineahnungvongarnix.de/?p=2330

 

 

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