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Zahnungshilfen für Babys – sinnvoll, nutzlos oder gar gefährlich?

Dass homöopathische Zahnungshilfen für die Kleinen nutzlos und damit nicht eine Hilfe, sondern eine unnötige Belastung darstellen, brauchen wir hier bei Susannchen nicht extra zu betonen. Es gibt aber durchaus noch andere Dinge, die gern und oft eingesetzt (und für gutes Geld an Mama und Papa verkauft) werden und diese Einschätzung mit der Homöopathie teilen.

Nicht nur gegen Zecken beim Vierbeiner, nein, auch bei (gutgemeinter) Zahnungshilfe fürs Baby ist einer der Spitzenreiter das Bernsteinarm- oder -halsband, das gern von Oma, Opa oder den Paten geschenkt wird. Ob sich Baby darüber freut?

Über das schöne leuchtende und leise klappernde Glitzerzeug – bestimmt. Nicht mehr freuen wird sich das Kleinste, wenn es mit diesem Humbug als „Zahnungshilfe“ allein gelassen wird in der Vorstellung der Eltern, man helfe ihm ja schon bei seinen Schmerzen.

Nein, das tun sie nicht. Nicht im Mindesten. Es gibt keine belegte Wirkung und die Erklärung zur Wirkung ist hanebüchen.

Ätherische Öle sollen das Baby beruhigen, gar seine Beschwerden lindern – welche ätherischen Öle? Öle aus Harz, das mindestens 50 Millionen Jahre alt ist und in dieser Zeit reichlich Gelegenheit hatte, seine flüchtigen Bestandteile zu verlieren? Selbst wenn – welche ätherischen Öle sollen das denn sein? Kritische Eltern sind darüber informiert, dass längst nicht jedes ätherische Öl dem Säugling guttut, was Menthol, Eukalyptus und Kampfer anrichten können, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Also – einfach mal so dem Begriff „ätherische Öle“ auf den Leim gehen? Ohne nähere Information? Leider sind es häufig die sonst so misstrauisch-pharmakritischen Eltern, die an dieser Stelle zeigen, dass sie mit zweierlei Maß messen.

Gut, das Kauen auf dem Armband mag vielleicht noch am Ehesten eine Wirkung erbringen. Dafür sind sie aber durchaus gar nicht gedacht… Die Unregelmäßigkeiten in den Steinen sind sicher nicht gerade förderlich für Babys Mund, ganz zu schweigen von der Gefahr, dass sich ein solches Teil einmal löst und einzelne kleine Steine… lieber nicht. Dies ist ein durchaus konkretes Risiko. Die Hersteller sind nach Fällen von Strangulation (!) dazu übergegangen, Sollbruchstellen in die Halskettchen einzufügen – was dann natürlich wieder das Risiko des Aufbrechens und eventuellen Verschluckens von Teilchen stark erhöht.

Also, liebe Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten: Bernsteinschmuck, soviel das Herz begehrt, aber keine Kettchen oder Armbänder daraus als „Zahnungshilfe“ für den Nachwuchs. Auch hier gilt: Bei ausgeprägten Beschwerden den Kinderarzt ins Vertrauen ziehen. Das Kind auch nicht unnötig leiden lassen – Schmerz traumatisiert nachhaltig. Es darf -nach Absprache mit Onkel oder Tante Doktor- nötigenfalls auch mal ein Schmerzzäpfchen sein, vor allem, wenn der Schlaf beeinträchtigt ist. Lokal aufzutragende Salben bringen eine vorübergehende Linderung. Zudem ist gegen (kühlende) Beißringe nichts einzuwenden. Sofern es sich nicht um Billigware handelt, die durchaus einmal wirklich Stoffe unerwünscht freisetzen könnte – Ökotest und die Stiftung Warentest halten dazu einiges an Informationen bereit.

 

Ach so - Wir haben uns auch nach Hausmitteln umgesehen. Hier gehen die Meinungen auseinander. Während kaltes Gemüse wie rohe Karotten oder Gurken oft empfohlen werden, wird gleichzeitig darauf hingewiesen, dass sich u.U. größere Stücke lösen und das Kind sich daran verschlucken kann. Das Kauen auf Veilchenwurzeln wird von Kinderärzten als unhygienisch betrachtet. Womit die Beiß- und Kühlringe hochwertiger Qualität doch wieder am empfehlenswertesten sind.

Bitte vergessen Sie eines nicht, was Ihnen und ihrem Kind durch diese Zeit hilft: Sie geht relativ bald vorbei.

 

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