Springe zum Inhalt

1

Im weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer trifft sich Susannchen heute mit Onkel Michael.

Susannchen ist nämlich ein bisschen neugierig und möchte ein paar Sachen zum Blog von Onkel Michael wissen. Bei einem Gläschen heißer Schokolade und  Weihnachtsplätzchen unterhalten sich die beiden.


Erstmal ein großes Dankeschön, dass Du auch für meine Seite immer so schöne Artikel schreibst. Aber jetzt die erste Frage: Wie lange gibt es deinen Blog denn jetzt schon?

Onkel Michaels BlogMeinen Blog gibt es jetzt ziemlich genau drei Jahre und vier Monate.

 

 Wie bist du auf die Idee gekommen, so ein Projekt zu starten?

 

Onkel Michaels BlogNun, vor einigen Jahren ist mein Vater an Krebs gestorben. Und ab dem Moment, wo bekannt wurde, dass er Krebs hatte, tauchten aus allen Ecken irgendwelche komischen Vögel auf, die ihn dazu überreden wollten, seine Krankheit mit dubiosen Pseudotherapien zu behandeln. Angefangen bei der Homöopathie, über Schüßler-Salze, Misteltherapie, Magnetfeldtherapie, anthroposophische Medizin bis hin zu "Germanischer Neuer Medizin". Mein Vater wollte davon glücklicherweise nichts hören und blieb bei der evidenzbasierten Medizin.

Ich habe mir dann vorgestellt, wie es wäre, wenn ein weniger informierter Mensch in so eine Situation gerät und dann auf einen Scharlatan hereinfällt. Dagegen wollte ich mich engagieren und meinen kleinen Beitrag zur Aufklärung leisten.

Es heißt doch immer, dass Homöopathiekritiker von der Industrie bezahlt würden. Also, wer bezahlt dich dafür?

 

Onkel Michaels BlogIch muss ehrlich sagen, dass ich mich über diesen Vorwurf immer ein bisschen ärgere. Ich kenne ja nun eine Reihe von Homöopathiekritikern und keiner erhält für seine Aufklärung auch nur einen müden Cent. Seien es die Hostingkosten für meinen Blog, Bahnfahrkarten zu Vorträgen oder Kosten für Recherchen - das zahle ich alles aus eigener Tasche.

Vor allem ärgert mich dieser Vorwurf aber, weil er eine Umkehr der Tatsachen darstellt. Ich persönlich habe keine finanziellen Vorteile, die Gegenseite schon. Seien es Homöopathen, Heilpraktiker, Apotheker oder die Pharmariesen, die Globuli herstellen. Auch die Lobby- und Berufsverbände der Homöopathen haben ein Geschäftsinteresse an der Homöopathie. Wir müssen uns vor Augen halten, dass die Homöopathie ein Geschäftsfeld mit hunderten Millionen Euro Umsatz ist. Und dabei sind beispielsweise die ganzen Laienratgeber und sonstige Merchandisingprodukte noch gar nicht mit hineingerechnet.

Wie findest du die Themen für deine Artikel und wie lange dauert es, bis ein Artikel fertig ist?

 

Onkel Michaels BlogNun, die Themen finde ich in den Weiten des Internets, in Zeitschriften oder auch durch Hinweise von meinen Leserinnen und Lesern. Das Schöne ist ja, dass ich mich nur mit den Sachen  beschäftige, die mich sehr interessieren und die ich spannend finde. Meistens ist es aber so, dass es mehr Themen als Zeit gibt, denn so einen Artikel zu schreiben ist schon einiges an Arbeit.

Zuerst recherchiere ich nach der entsprechenden Literatur. Einiges ist da schon im Internet vorhanden, aber vieles muss ich mir über Bibliotheken besorgen. Und dann muss natürlich gelesen werden! Ich schreibe mir die wichtigsten Informationen aus den Büchern oder Artikeln heraus und erstelle eine grobe Gliederung. Naja, und dann wird geschrieben. Und wenn ich geschrieben habe, dann kommt das Lektorat, wo nach Fehlern geschaut wird. Das macht eine liebe Freundin von mir.

Man kann sagen, von der Idee bis zum fertigen Artikel dauert es gut zwei bis drei Wochen.

Bekommst du manchmal auch Reaktionen von deinen Leserinnen und Lesern? Oder vielleicht sogar von Homöopathen?

 

Onkel Michaels BlogJa, ich bekomme durchaus Rückmeldungen. Daher weiß ich auch, dass ich gerade in Österreich eine recht große Leserschaft  habe, worüber ich mich sehr freue. Ich freue mich eigentlich über jede Rückmeldung, auch über konstruktive Kritik.

Natürlich bekomme ich auch „nette“ Briefe von Esoterikern, denen ich mit meinen Artikeln auf den Schlips trete, aber damit kann ich gut leben. Wobei ich feststelle, dass der Ton gerade von Seiten der Homöopathie-Anhänger in letzter Zeit um sehr vieles rauer geworden ist. Da fragt man sich schon, ob überhaupt je eine Kinderstube vorhanden war. Aber das geht ja nicht nur mir und meinem Blog so.

 Wie meinst du das?

Onkel Michaels BlogNun, wenn man sich beispielsweise die sozialen Medien anschaut, und gerade wie es momentan bei Twitter zugeht, dann ist das teilweise wirklich nicht mehr lustig. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Skeptiker, der mal über die Stränge schlägt, aber das negative Niveau der Esoteriker und besonders der Homöopathen wird hier nie erreicht.

Als Beispiel sei hier das abscheuliche Kesseltreiben gegen Natalie Grams genannt, das Mitte dieses Jahres stattgefunden hat. Hier wurde ja nicht einmal vor Verleumdungen der übelsten Natur zurückgeschreckt. Sowas darf nicht passieren. Man kann diskutieren, auch härter, aber einige Regeln müssen eingehalten werden. Aber momentan sind die Esoteriker ja komplett außer Rand und Band.

Da hast du allerdings recht. Wie viele Menschen lesen denn deinen Blog? Weißt du das?

 

Onkel Michaels Blog2018 war bisher das erfolgreichste Jahr. Die Zugriffe auf meinen Blog haben sich mehr als verdoppelt und liegen jetzt aktuell bei 71.500. Das ist wirklich der Wahnsinn und ich hätte nie gedacht, dass ich je so einen Erfolg damit haben könnte.

Warum hast du kürzlich die Adresse deines Blogs geändert?

 

Onkel Michaels BlogGanz einfach, bisher hatte ich bei der Blogger-Plattform WordPress die kostenlose Blogvariante gebucht. Jetzt war es aber so, dass es dort immer Werbeeinblendungen gab, deswegen bin ich jetzt auf die kostenpflichtige Variante umgestiegen. Aber keine Angst, es gibt eine Weiterleitung von der alten Adresse auf die neue.

Eine letzte Frage: Was wäre dein Wunschprojekt außerhalb des Blogs?

 

Onkel Michaels BlogHm, natürlich würde ich gerne ein Buch veröffentlichen. Mir würde da ein "Handbuch der Schwurbelmedizin" oder etwas in der Richtung vorschweben, aber dafür wird sich vermutlich kein Verlag finden...

Lieber Onkel Michael, ich danke dir für das nette Gespräch und deine offenen Antworten! Frohe Weihnachten!

 

Viele von Onkel Michaels Artikeln findet ihr regelmäßig hier oder auf unserer Facebook-Seite. Hier kommt ihr direkt zu seinem Blog: https://onkelmichael.blog/

Onkel Michaels Blog


Bildnachweise: skt_johann / Susannchens Memes

Naja ... Wenns nicht schlimmer wird...

Liebe Tierfreunde,

das Jahresende steht bevor - viele Hundebesitzer wissen, was das für ihre Vierbeiner heißen kann. Dazu bringen wir schon heute einen kleinen Beitrag von Verhaltensbiologin Ariane Ullrich. So bleibt noch Zeit bis zum Silvestertag, um Arianes Tipps zu befolgen und ein wenig mit Bello zu trainieren:


Bald ist es wieder soweit und viele Hunde werden sich in Panik in den hintersten Zimmerwinkel verkriechen, kurz vor dem Herzinfarkt stehen oder vor Stress zittern und sabbern.

Die Knallerei und Lichtreize sind für viele Hunde extrem erschreckend und ängstigend. Jedes Mal, wenn der Hund dieses Erlebnis hat, wird es für ihn schlimmer werden und eine anfängliche Empfindlichkeit kann sich rasch zu einer Geräuschphobie auswachsen, bei der er auch bei anderen Geräuschen zum nervlichen Wrack mutiert.

Statt also abzuwarten, ob der Hund überhaupt Angst hat, ist es sinnvoll vorzubeugen. Hunde können lernen, laute plötzliche Geräusche mit tollen Sachen zu verbinden. Zum Beispiel, indem Sie während des Spielens Knallgeräusche so einfließen lassen, dass Ihr Hund das zwar mitbekommt, aber dennoch begeistert weiterspielt. Oder indem Ihr Hund selbst lernt, laute Geräusche auszulösen. Zum Beispiel, wenn er den Zieh-Trick lernt, bei dem er an eine Schnur angehängte Konservenbüchsen mit Steinen darin auf Signal zu Ihnen bringt.

Hunde, die schon Angst vor der Knallerei haben, brauchen zuerst einmal eines: die Sicherheit Ihrer Gegenwart. Seien Sie für Ihren Hund da, wenn er Angst hat. Streicheln und massieren Sie ihn, um das Kuschel- und Entspannungshormon Oxytozin freizusetzen, und erlauben Sie ihm, die Plätze aufzusuchen, die ihm gut tun, um mit seiner Angst klarzukommen. Da dürfen Hunde auch mal mit unter die Bettdecke.

Wenn Sie noch ein paar Tage Zeit haben, dann bauen Sie sich ein Entspannungssignal auf. Bringen Sie Ihren Hund durch Kuscheln und Massieren in eine entspannte Stimmung und lassen Sie dann immer dieselbe Melodie laufen. Starten Sie nun täglich das Entspannungsritual mit dieser Melodie und schalten Sie diese erst ab, wenn Ihre Entspannungssession vorüber ist. Nun haben Sie mit der Melodie bald ein Signal, was allein schon reicht, Ihren Hund in einen entspannteren Zustand zu versetzen, und Sie können es nutzen, um Ihrem Hund zu helfen.

Diese Art von Ritual bietet Hunden nicht nur Sicherheit, sondern tatsächlich auch physiologische Hilfe, die Angst zu überwinden.

Wenn Sie nicht einschätzen können, wie Ihr Hund reagieren wird oder wenn Sie wissen, dass Ihr Hund wirklich Panik bekommt, gehen Sie ruhig einmal zum Tierarzt und lassen Sie sich dort beraten!


Vielen Dank, Ariane!

Übrigens... Wer möchte Genaueres dazu wissen, wie man trainieren kann, damit der Hund nächstes Mal keine Angst mehr hat? Interessiert das Thema Hund ganz generell? Dann empfehlen wir gern, sich in Arianes Newsletter unter  www.hundekongress.com einzutragen. Dort kann man sich dann sogar das EBook "So übersteht dein Hund Silvester" (Wert 10 Euro) kostenlos herunterladen.

Müssen wir noch erwähnen, dass homöopathische Globuli nicht mal etwas nützen, wenn man damit die Ohren zustopft (bitte nicht versuchen!)? Sollte es jemand vergessen haben, hier geht es zu unserem Beitrag vom Dezember 2017, der das Problem "Silvesterglobuli" endgültig abhandelt.


Bildnachweis:
Pixabay Creative Commons CC0
Ariane Ullrich


 

https://www.ages.at/produktwarnungen/produktwarnung/bio-bittere-aprikosenkerne/

Pseudomedizin ist ein weites Feld. Ganz aktuell macht eine Produktwarnung der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) online die Runde. Dabei wird vor bestimmten Chargen des Produkts „Gesund & Leben - Bio-Bittere Aprikosenkerne“ gewarnt. Grund sei Gesundheitsschädlichkeit wegen eines „überhöhten Gehalts an Blausäure-Cyanwasserstoff“. ...weiterlesen "Apfel, Nuss und Aprikosenkern… wie bitte? Das ominöse „Vitamin B 17“"

Selbstverständlich ist den Lesern unserer Seite Michael Scholz bekannt, Susannchens Freund "Onkel Michael", der auf seine unnachahmliche Art schon so manchen Gastartikel für uns verfasst hat und seinen eigenen pseudomedizinkritischen Blog „Gedanken aus der Provinz“ betreibt.

Seit 2015 sind auf diesem Blog mehr als 200 Beiträge erschienen, die nun gesammelt und thematisch geordnet als Buch erschienen sind. Wir finden: Eine großartige Idee! ...weiterlesen "Ein Buch, ein Buch – von Onkel Michael!"

Noch gar nicht lange twittert "DerApotheker" (@ApothekerDer) zum Thema Homöopathie. Mit Sachverstand und Humor schreibt er seine Tweets - und der Lohn dafür sind eine Menge Follower in kurzer Zeit

Natürlich interessieren wir uns vom Susannchen-Team dafür, wen wir da eigentlich auf Twitter erleben und was ihn zu seiner so dezidiert homöopathiekritischen Haltung bewegt. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir heute ein kleines Interview mit ihm veröffentlichen können! ...weiterlesen "#DerApotheker: Twitterstar im Interview!"

Das Impfthema lässt uns alle nicht los. Und damit ist auch stets die Frage aktuell, woher eigentlich diese ganzen Richtungen stammen, von der Impf"skepsis" (die sich oft nur verharmlosend so nennt) über die "eigenverantwortliche Impfentscheidung" bis hin zur Hardcore-Impfgegnerschaft, die sich unbelehrbar und auch unversöhnlich gibt. Wir wollen einige Betrachtungen dazu anstellen, weil wir es für die Aufklärungsarbeit wichtig finden, Gründe und Herkunft von "Impfgegnerschaft" zu verstehen. Deshalb wollen wir uns dem sachlich nähern. ...weiterlesen "Impfskepsis, Impfgegnerschaft – eine Annäherung"

Liebe Freundinnen und Freunde von Susannchen,

heute fügen wir unserer Sammlung von kleinen Artikeln zu "alternativen Heilmethoden" einen Gastbeitrag von Onkel Michael hinzu, der sich diesmal mit dem Thema Osteopathie befasst. Zunehmend bekannt, zunehmend populär, der Verband der Osteopathen drängt gar seit geraumer Zeit auf die Anerkennung als eigenständige Therapieform.

Davon sind wir gar nicht so begeistert. Die Osteopathie hat ihren Ursprung in simplifizierten Laienvorstellungen von physiologischen Zusammenhängen, was z.B. darin deutlich wird, dass ihr "Erfinder" John Taylor Still mal wieder glaubte, damit die einzige Heilmethode für alle Krankheiten gefunden zu haben. Seine ersten "Heilerfolge" sollen ein seit 20 Jahren Ertaubter und ein schwer herzkranker Mann aus seiner Heimatgemeinde gewesen sein... ...weiterlesen "Osteopathie – alles heilen mit den Händen?"